Zwangsarbeit in der NS-Zeit

Im Zuge eines internationalen Jugendprojektes über Zwangsarbeit in der NS-Zeit, hatten Dalia Hamid, Theresa Strohmer, Sophie Sandtner, Arleen Fischer und ich (Linda Yvon) die Möglichkeit zusammen mit der Fr. Prof. Lamp-Pertl nach Berlin zu fliegen und daran teilzunehmen.

Die Jugendbegegnung fand in der Gedenkstätte in Berlin-Schöneweide statt und wurde von der Quandtstiftung finanziert.
Die Firma Quandt beschäftigte während der NS-Zeit in der Batterienfabrik Pertrix hunderte von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern., die aus vielen Ländern Europas kamen, vor allem aber aus den osteuropäischen, besetzten Gebieten. Auch in Floridsdorf, auf der Brünnerstraße befand sich bis 1945 eine Niederlassung der Firma. Hier wurden Batterien für Unterseeboote erzeugt.

Zusammen mit jeweils fünf Schülern aus der Ukraine, aus Polen und aus Deutschland arbeiteten wir mit Biographien einiger Zwangsarbeiter, analysierten deren Interviews und erstellten auf dem Wissen basierend eine Performance welche wir am Ende der Woche präsentierten. Außerdem hatten wir die Gelegenheit den Zeitzeugen Michele Montagano zu treffen, einen ehemaliger Italienischer Kriegsgefangenen, der sich ab 1943, nach der Landung der Alliierten in Sizilien, weigerte auf der Seite der Nazifaschisten zu kämpfen und deshalb in verschiedenste Arbeitserziehungslager gebracht worden war, wo er unter menschenunwürdigen Lebensbedingungen Zwangsarbeit leisten musste.

Wenn wir nicht gerade an den Texten arbeiteten, verbrachten wir unsere Freizeit zusammen mit den anderen Jugendlichen, sangen und tanzten wir miteinander, machten eine Stadtrundfahrt, erkundeten Berlin und stellten uns gegenseitig unsere Kulturen vor. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten mit der Kommunikation auf Englisch, entwickelten sich im Laufe der Woche viele neue Freundschaften und der Abschied nach 8 Tagen fiel uns allen sehr schwer.

In dieser Woche haben wir also nicht nur etwas über Zwangsarbeit und die Geschichte der NS-Zeit erfahren, sondern wir konnten dies aus verschiedenen Perspektiven tun und auch einen Einblick erhalten, was Jugendliche in anderen Ländern über das Thema Nationalsozialismus erfahren.